FRIDA – ca. 2 Jahre

FRIDA – ca. 2 Jahre

Baia Mare, Rumänien. Bei unserem letzten Besuch im November im öffentlichen Shelter Baia Mare sind wir wieder einmal dabei, als die Hundefänger einen Neuzugang bringen.

Als sich die Heckklappe des Autos öffnet, sehen wir in der Ecke des Käfigs eine wunderschöne Hundedame kauern. Sie zittert, weiß nicht was gerade mit ihr passiert. Unsere rumänische Helferin trägt sie behutsam neben das Haus, wo sie erst einmal zur Ruhe kommen soll. Sie ist so voller Angst, dass sie versucht, sich aus dem Halsband zu winden. So wird sie zu ihrer eigenen Sicherheit in eine Transportbox gesetzt, in der Hoffnung, dass sie sich hier nun etwas beruhigt. Das tut sie dann auch. Jedesmal, wenn ich ihren Raum betrete, schaut sie mich erwartungsvoll an. Ich berühre sie durch die Gitterstäbe der Box und sofort presst sie sich mit ihrem ganzen Körper meiner Hand entgegen.

Wir sind sicher, dass sie die menschliche Hand gewöhnt ist, sie genießt jede Berührung, schließt die Augen dabei. Und jedes Mal, wenn ich den Raum wieder verlasse, schauen mir ihre traurigen Augen hinterher. Frida kann in ihrer Box nicht mal aufrecht stehen, dennoch hat sie hier, in diesem Raum, absolut ihre Ruhe.

Mir graut vor dem Gedanken, dass sie in den nächsten Tagen hinaus muss, zu all den anderen, in einen Zwinger, voll mit Dreck, kalt und grau. Quälend der Gedanke zu wissen, dass niemand seine Hand nach ihr ausstrecken wird, sie streicheln wird und ihr etwas Liebe schenkt. Nein, sie wird jede Nacht im kalten Dunkel schlafen, morgens aufgeweckt werden vom Gebell der fast 400 Hunde. Ein Arbeiter wird ihren Käfig mit eiskaltem Wasser spülen, wenn sie Pech hat, wird sie nass dabei. Jemand wird ihr Futter bringen, in einen dreckigen Napf kippen.  Dann muss sie schnell genug sein, damit es nicht ein anderer frisst. Aufpassen, keine falsche Bewegung auf dem engen Raum zu machen, damit ihr Napf nicht umfällt und ihr Futter sich am Boden mit Kot und Urin paart.

Den Rest des unendlich langen Tages im Shelter wird sie damit beschäftigt sein, sich mit ihren Mitbewohnern zu arrangieren. Sie wird lernen, sich zu wehren. Sie wird anfangs vielleicht nicht in die Hütte dürfen, vielleicht aber hat sie Glück und kommt zu einem freundlichen Leidensgenossen, der mit ihr die Hütte teilt. Eine Hütte, feucht und schmutzig, zugekotet, kalt und trostlos. Dort wird sie wieder schlafen….im kalten Dunkel…und alles wird sich wiederholen , immer und immer wieder, Tag für Tag , Woche für Woche…

Oder zeigst du ihr, wie schön das Leben sein kann für einen Hund? Familienmitglied sein, Freund und Partner. Dazugehören, statt weg gesperrt werden.  Lässt sie Wärme und Liebe spüren und du bekommst es von ihr doppelt zurück, ganz sicher.

Die schöne Frida gehört mit ihren etwa 55 cm eher zu den mittelgroßen Hunden und obwohl sie sehr brav an der Leine geht schließen wir – aufgrund ihrer Optik – nicht aus, dass Jagdtrieb in ihr schlummern könnte. Mit ihren knapp 2 Jahren hat sie ihr ganzes Leben noch vor sich und auch hier sind wir sicher: sie wird schnell lernen, das hat sie in den wenigen Tagen hier bereits bewiesen.

Unsere wunderbare Frida reist kastriert, gechipt, geimpft, entwurmt und entfloht und besitzt einen EU-Heimtierausweis. Sie wird nur nach positiver Vorkontrolle gegen eine Schutzgebühr von 375 Euro vermittelt.

„stand in the moonlight, stand under heaven. Wait for an answer, hold out forever. But don’t be afraid anymore, it’s only a broken heart.” (Tom Petty)

Ein herzlicher Dank an Birte S.! Du hast Frida ihren schönen Namen geschenkt und ihr somit den ersten Schritt in ein Leben ohne Angst ermöglicht.
Vielen Dank an Gabriele R.! Du unterstützt Frida mit einer monatlichen Patenschaft!