SAM CARTER – ca. 3 Jahre

SAM CARTER – ca. 3 Jahre

84152 Mengkofen. Oh, Sam! Was möchtest du uns mit deinen großen, traurigen, unsicheren Augen erzählen? Mit welcher Geschichte kommst du zu uns? Was ist dir alles schon passiert? Und wie können wir dir helfen?

„Ja, das ist ganz lieb, dass ihr fragt. Ich möchte mich heute einmal bei euch vorstellen. Mein Name ist Sam Carter, aber alle nennen mich Sam. Ich bin ca. 3 Jahre alt und bringe eine mittlere Größe von ca. 50 – 55 cm mit. Im August 2020 hat eine ganz tolle Familie mein Profil gesehen und eine Anfrage gestellt. Das war etwas ganz besonderes für mich, denn bisher hatte sich keiner für mich interessiert. Wieso?

Puh… als ich ins öffentliche Shelter von Bistrita kam, habe ich mich sehr zurückhaltend gezeigt. Ich habe furchtbare Angst gehabt und mich nur in meiner Hütte versteckt. Mich konnte keiner anfassen, weil ich das auch gar nicht wollte. Ich war total durch den Wind. Ich meine, wart ihr schon mal in so einem Shelter? Im Winter furchtbar kalt, nass, das Trinkwasser ist zugefroren. Alle Hunde haben wahnsinnig Angst und Stress. Es ist laut und es stinkt. Im Sommer ist die Hitze kaum zu ertragen. Ein furchtbares Leben, das hat mir sehr zugesetzt.

Letztes Jahr im Sommer war aber ein Team von Ein Herz für Streuner vor Ort und ich bin mittlerweile etwas aufgetaut gewesen zu diesem Zeitpunkt. Ich war draußen und bin mit meinen Artgenossen zusammen über den Hof gezottelt. Zwar wollte ich immer noch nicht so richtig, dass man mich anfasst, aber ich bin nicht wirklich vor alles und jedem weggelaufen – ich habe mich längst nicht mehr so zurückgezogen wie anfangs.

Dann hat das mit meiner Anfrage geklappt und ich durfte noch im August in mein neues Zuhause ziehen. Dort hat man mir mein eigenes Zimmer gegeben und mir wirklich alle Zeit der Welt gegeben um anzukommen. Langsam habe ich Fortschritte gemacht – aber wirklich SEHR langsam. Meine Familie war sehr geduldig mit mir und hat wirklich alles gegeben und getan, damit ich mich wohlfühle.

Leider wohnt meine Familie aber im 1. Stock und der Zugang zum Garten ist furchtbar ungünstig. Treppen laufen kann ich (noch) nicht und ich LIEBE es, Zeit im Garten zu verbringen. Ich möchte so, so gern raus in die Natur. Das ist leider in meinem Zuhause momentan nicht möglich und das ganze schränkt mich sehr ein. Ich möchte wirklich keine Rückschritte machen und wir haben uns alle dazu entschieden, dass es besser ist, in ein neues Zuhause umzuziehen.

Was suche ich denn? Aaaaaaalso:

Ich wünsche mir eine super geduldige Familie, die mir wirklich keinen Druck macht. ICH möchte das Tempo bestimmen dürfen, und zwar zu jeder Zeit. Ich kann und ich will Fortschritte machen, aber das möchte ich entscheiden. Das heißt, dass meine neue Familie nicht nur super geduldig sein muss, sondern auch wirklich Verständnis dafür haben sollte und mich so akzeptieren muss, wie ich bin. Denn anders wird das mit mir nicht funktionieren.

Ich suche außerdem ein ebenerdiges Zuhause, da Treppen noch lange nicht zu bewältigen sind bei mir. Zusätzlich brauche ich wirklich dringend einen Garten, der gut eingezäunt bzw. gesichert ist. Da ich noch sehr ängstlich bin, kann es sein, dass ich das Weite suchen möchte, daher brauche ich einen hohen Zaun! Man meint, ich sei eventuell ein Herdenschutzhund-Mix und ich bringe daher natürlich auch Ressourcen- und Territoriumsverteidigung mit. Das ist aber gar nicht so schlimm, wenn man sich etwas mit meiner Rasse auskennt.

Andere Vierbeiner sind mir bisher nicht so wichtig. Sie tangieren mich wenig. Vielleicht kann mir ja ein Ersthund helfen, mich an mein neues Leben zu gewöhnen? Vielleicht mag ich ihn aber gar nicht und möchte daher in Ruhe gelassen werden. Generell gehe ich solchen Vierbeinern dann aus dem Weg. Kinder sind mir zu laut und zu wild und schüchtern mich ein, daher sollten nur erwachsene Menschen in meinem neuen Zuhause leben. Katzen kenne ich nicht, aber wahrscheinlich interessieren die mich auch nicht.

Du solltest also bitte ganz dringend genug Hundeerfahrung mitbringen und dir dessen bewusst sein, dass ich nicht ganz so einfach bin. Aber ich lasse mich von Frauchen anfassen und streicheln, liege auch gerne unterm Esstisch wenn alle da sind. Ich bin offen und neugierig geworden bei den Menschen, die ich kenne. Männer mag ich noch nicht so gerne, das kann ich aber alles lernen. Ich fordere meine Menschen auch zum Spielen auf und man kann mich so gut wie überall anfassen. Du siehst also – hast du mal mein Vertrauen gewonnen, kommt der Rest auch

Das Halsband kann ich schon tragen, brauche dazu aber viel Leckerlies. Geschirr anziehen und an der Leine gehen muss man mit mir noch ganz doll üben. Ich brauche dringend eine liebevolle aber konsequente Erziehung und auch ganz dringend die Hilfe eines positiv arbeitenden Hundetrainers. Ich brauche kein extra Zimmer mehr, sondern lediglich einen ruhigen Rückzugsort!

So, das war’s. Ganz schön viel, oder? Aber schau doch mal, was für tolle Fortschritte ich schon gemacht habe. Ich weiß, dass ich noch viel mehr kann. Gehst du mit mir diesen Weg?“

Sam Carter reist kastriert, gechipt, geimpft, entfloht und entwurmt in sein neues Zuhause. Mit im Gepäck hat er einen eigenen EU-Heimtierausweis. Er darf nach positiver Vorkontrolle gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 405 Euro in sein neues Leben reisen.

Vielen Dank Melanie M.! Du hast Sam Carter seinen Namen geschenkt!
Vielen Dank Daniel V.! Du begleitest Sam Carter mit deiner monatlichen Patenschaft auf seinem Weg!